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Die Entdeckung der Sächsischen Schweiz in der Landschaftskunst

„Als sich im August 1766 der zweiunddreißigjährige Schweizer Adrian Zingg aufmachte, die Sächsische Schweiz zu entdecken, haben er und seine Künstlerfreunde schell das Pittoreske dieser Landschaft erkannt.

Sie haben es in höchsten Tönen und mit Zeichenstift, Pinsel und Radiernadel gelobt und gepriesen.

Die alte Route, die sie damals fast alle benutzten und die wir heute den historischen Malerweg nennen, geriet Mitte des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit. Die Eisenbahn war daran schuld und machte aus den einst strammen Wanderern, denen vierzig ja fünfzig Kilometer nichts ausmachten, bequeme Schweizbesucher. Das Essen und Trinken ward bald wichtiger, als die Aussicht des Schaurigschönen.

So schrieb Karl Schramm 1856: „Ehedem … hatten diese Felsenmassen zu beiden Seiten der Elbe etwas Wildromantisches, Imposantes, jetzt aber sind sie durch die Civilisation, durch Bahren, Sessel, Chaisen, Pferde und Führer so zahm geworden, daß sie einen großen Theil ihrer ursprünglichen Schönheit eingebüßt haben. Namentlich die Bastei, dieser gigantische Felsvorsprung, dieser Riesenwächter am Eingang zum Gebirge ist durch die Eisenbahn und Dampfschiffe der Stadt so nahe gerückt, daß man mit Bequemlichkeit zu Hause dinieren, auf der Bastei Kaffee trinken und dann noch ins Theater gehen kann. Vielen mag das als ein Vorzug gelten, Andern aber muß es offenbar störend sein, selbst auf den Vorsprüngen der Bastei durch Patschuli, Reifröcke, falsche Zähne und falsche Haare an die Blasiertheit des civilisierten Salonlebens erinnert zu werden.“

Heute, im Jahr 2009, bieten S-Bahn, Bus und Kirnitzschtalbahn neue Möglichkeiten des entspannten Reisens. […] Natürlich kennen wir das ein oder andere Bild von Adrian Zingg oder den berühmten „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich. Aber die meisten Arbeiten der Zeichner, Radierer und Kupferstecher liegen wohlgehütet und lichtgeschützt in den Sammlungen der Museen. […] Die Kunstgeschichte hat sich bisher kaum mit dem Landschaftsraum der Sächsisch-Böhmischen Schweiz befasst. In privaten Sammlerkreisen schätzt man längst die Arbeiten von Christian Gottlob Hammer, Johann Phillip Veith, Johann Gottfried Jetzsch oder den Richters. Ihre oft topographisch präzisen Darstellungen geben uns heute Einblicke in die Veränderungen, die die Landschaft in den vergangenen 200 Jahren erfahren hat und signalisieren Aufmerksamkeit. Die Zeichnungen, die Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus oder Carl Blechen und andere auf ihren oft einsamen Wanderungen durch unsere Felsenwelt geschaffen haben, vermitteln ein Naturverständnis, dass uns modernen Menschen in unserer hochtechnisierten Welt die Augen zu öffnen vermag, Natur neu zu sehen, im Kleinen das Große zu erkennen. […]“

(Quelle: Auszug aus einem Artikel des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz von Frank Richter)

Auszug aus „Die kleinen Alpen - Wie Peter Rosegger vor über 100 Jahren die Sächsische Schweiz erlebte“:

„[…] Diese hier so überaus seltsame Natur haben die Menschen früh aufgefunden, haben auf die Höhen Häuser und in die Täler Städte gebaut, haben die Flüsse geregelt, überbrückt, Wege und breite Straßen angelegt und dieselben gepflastert und gewahrt; zu den Felsenzinnen hinab haben sie Treppen gebaut und oben sichere Geländer und Türme hingestellt und auch bequeme Gasthäuser dazu. Und der Elbe entlang haben sie Segel und Dampfschiffe flott gemacht und feste Straßen und Eisenbahnen angelegt, damit nun vom Süden und Norden die Menschen kommen sollten zu sehen, was da auf diesem Fleck Erde für ein Land und Leben ist. Und sie kommen. […] In diesem Hochlande wohnt ein gescheites Völkchen: gleich auf den ersten Blick merkt der Fremde die Kultur; sie drückt sich aus in den freundlichen, reinlichen Wohnungen, in der bequemen einfachen Kleidung und in der zutraulichen, entschiedenen Ausdrucksweise. […]“